Meister BaföG

Wer wird gefördert?

Handwerker, die sich auf die Prüfung zum Meister und andere Fortbildungsabschlüsse im Handwerk vorbereiten, können Meister-BaföG beantragen. Voraussetzung ist eine nach der Handwerksordnung (HwO) oder dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannte abgeschlossene Ertsausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss. Bürger aus Nicht-EU-Staaten, die in Deutschland leben, können nach dreijähriger Erwerbstätigkeit Meister-BaföG beantragen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden sowohl die Kosten für die im Rahmen der Fortbildung anfallenden Maßnahmen (Maßnahmebeitrag) in Form eines Darlehens und eines Zuschusses als auch die Kosten für den Unterhalt (Unterhaltsbeitrag) in Form eines Darlehens.

Geförderte Maßnahmen

  • Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung
  • Fortbildung für anerkannte Fortbildungsabschlüsse, z.B. Betriebswirt/in (HWK)
  • Zweitfortbildung, wenn z.B. im ersten Beruf aus wichtigem Grund nicht mehr gearbeitet werden kann
  • mediengestützte Fortbildung

Wichtig! Die Förderung erfolgt unabhängig davon, ob die Maßnahmen in Vollzeit oder in Teilzeit absolviert werden.

Vollzeit

  • mindestens 400 Unterrichtsstunden
  • innerhalb von 36 Kalendermonaten
  • vier Werktage pro Woche mit mindestens 25 Unterrichtsstunden

Teilzeit

  • mindestens 400 Unterrichtsstunden
  • innerhalb von 48 Kalendermonaten
  • innerhalb von acht Monaten mindestens 150 Unterrichtsstunden

In welcher Höhe wird gefördert?

Grundsätzlich gilt: Die Gesamtsumme der Förderung wird für jeden Antragsteller individuell berechnet.

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 10.226,-€
  • Kosten für ein Meisterstück bis zu 1.534,-€
  • Zuschuss für Alleinerziehende je Kind je Monat 128,-€

Der Unterhaltsbeitrag bei Vollzeitmaßnahmen entsprechend den BaföG-Bedarfssätzen wird erhöht um monatlich:

  • 52,-€ für Teilnehmer/in
  • 215,-€ für Ehepartner/in
  • 179,-€ für jedes Kind

Durch einen deutlich höheren Vermögensfreibetrag wird das angesparte Vermögen z.B. für eine Existenzgründung nicht angerechnet.

Vermögensfreibetrag

  • 35.791,-€ für Teilnehmer/in
  • 1.790,-€ für Ehepartner
  • 1.790,-€ für jedes Kind

 Zur Vermeidung unbilliger Härten kann ein weiterer Teil des Vermögens anrechnungsfrei bleiben.

Wie sind die Rückzahlungsmodalitäten

  • 35% des gesamten Maßnahmebeitrags werden als rückzahlungsfreier Zuschuss gewährt.
  • Das Darlehen ist zins- und tilgungsfrei längstens sechs Jahre ab Maßnahmebeginn.
  • In Härtefällen wird das Darlehen für Alleinerziehende gestundet oder sogar erlassen.

Die Rückzahlung des Maßnahmedarlehens wird zu 75% erlassen, wenn Darlehensnehmer/in:

  • innerhalb von drei Jahren nach Beendigung der Maßnahme ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz gründet oder übernimmt
  • zum Zeitpunkt der Darlehensbeantragung die Abschlussprüfung bestanden hat
  • dieses Unternehmen oder oder diese berufliche Existenz mindestens ein Jahr führt
  • spätestens am Ende des dritten Jahres nach der Existenzgründung mindestnes zwei Personen zum Zeitpunkt der Antragstellung für die Dauer von mindestens vier Monaten sozialversicherungspflichtig beschäftigt hat, von denen zumindest eine Person nicht nur geringfügig (325,-€/mtl.) beschäftigt ist.

Wo kann das Meister-BaföG beantragt werden?

Bundesland Zuständige Behörde/Stelle


Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt: Kommunale Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten
Baden-Würtemberg: Landeshauptstadt Stuttgart und Landratsämter
Bayern: Landratsämter
Berlin: Bezirksämter Lichtenberg und Charlottenburg
Bremen: Senator für Arbeit, Frauen, Jugend, Gesundheit und Soziales
Hamburg: Handwerkskammer
Hessen: Ämter für Ausbildungsförderung bei den Studentenwerken
Niedersachsen: Bezirksregierung Hannover
Nordrhein-Westfalen: Bezirksregierung Köln, Sitz Aachen
Saarland: Ämter für Aubildungsförderung bei den Landratsämtern
Sachsen: Landesamt für Ausbildungsförderung
Schleswig-Holstein: Investitionsbank
Thüringen: Landesverwaltungsamt

Informationen erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Handwerkskammer.

Weiterführende Links:


Quelle: "Das neue Meister-BaföG", Heraugeber: Deutscher Handwerkskammertag, Berlin, Stand: Dezember 2001

Die dargestellten Inhalte dienen der allgemeinen Information. Für Aktualität und Richtigkeit kann keine Gewährleistung übernommen werden. Wenden Sie sich für weitere und rechtsverbindliche Informationen zur Ausbildungsförderung an Ihre zuständige Handwerkskammer.